Gerätetechnik

Seit einiger Zeit gibt es auf dem Markt relativ kostengünstige Infrarot- Kameras, welche für untergeordnete Messaufgaben oder für eine Nachmessung geeignet sind. Mit diesen Kameras sind jedoch keine komplexen Überprüfungen von Anlagen in der Elektrotechnik und der Industrie möglich. Selbst im Baubereich müssen, entsprechend der Aufgabenstellung und der Platzverhältnisse, verschiedene Brennweiten Verwendung finden. In der Industrie sind weiter spezielle Filter, wie z.B. Hochtemperatur oder Glasfilter zu verwenden. Infrarot - Kameras im unteren Preissegment haben oft nur unzureichende oder keine Möglichkeiten, verschiedene Optiken und gar Filter benutzen zu können. Eine oft sehr geringe Anzahl von messenden Bildpunkten und geringe Bildwiederholfrequenzen charakterisieren weiterhin die einfachen Infrarot-Kameras. Die heute üblichen Mikrobolometerkameras arbeiten alle im langwelligen Spektralbereich und man kann mit ihnen z. B. nicht durch Glas messen, was wiederum mit Kurzwellenkameras und speziellen Filtern möglich ist.

Um schnelle Bewegungsabläufe erfassen zu können, sind spezielle hochleistungsfähige Infrarot - Systeme notwendig. Meist muss für eine spezielle Messaufgabe auch eine spezielle Infrarot- Kamaratechnik eingesetzt werden. So ist es für industrielle Prozessanalysen oft notwendig, Bewegungsabläufe oder Temperaturveränderungen in Sequenzen zu speichern. Man bekommt somit einen temperaturkalibrierten Film und kann gut Temperaturänderungen und -wanderungen in Bauteilen oder Produkten erkennen. Auch hierzu sind low- cost- Infrarot- Kameras nicht in der Lage. Eine Empfehlung zu Billigkameras und Qualitäten des österreichischen Thermografieverbandes können Sie auch nochmals nachlesen.

Die untere Grafik soll einen kleinen Einblick über die 3 Gruppen der Infrarot- Kameras zeigen.

Die Kombination von unqualifiziertem Personal, gepaart mit billiger Infrarot- Technik, kann fatale Folgen haben. Bunte Bilder erhält der Auftraggeben in jedem Fall, ob die Aufgabenstellung damit jedoch erfolgreich abgeschlossen wird, bleibt mehr als fraglich. Bei sicherheitsrelevanten Fragen ist es fahrlässig, die Messungen von unqualifiziertem Personal mit ungeeigneter Kameratechnik durchführen zu lassen. Bei zertifiziertem Personal kann i.d.R. ein hoher Fachwissensstand vorausgesetzt werden. Die Zertifizierung nach Stufe 2 sollte bei selbstständigen Thermografen angestrebt werden und sie ist die Grundlage für eine seriöse Auftragsabwicklung mit einer hohen Fachkompetenz.

Bei den Zertifizierungen der Thermografen gibt es 3 Qualifizierungsstufen (z.B. DIN EN 473/DIN EN ISO 9712), wobei die Stufe 1 die niedrigste und die Stufe 3 die höchste Stufe ist. Nähere Informationen zu Zertifizierungen finden Sie der Seite "Zertifizierung".

Da z.T. sehr preiswerte Infrarot- Kameras angeboten werden und massive Werbekampagnen der Herstellerfirmen für diese Billiggeräte laufen, überlegen sich Betriebe oder Energieversorgungsunternehmen, ob eine eigene Kameratechnik nicht eine wirtschaftlichere Lösung darstellt als externe Dienstleister heranzuziehen. Bei diesen Überlegungen geht man jedoch meist nur von der preiswerten Kameratechnik aus, von der man aus Unwissenheit glaubt, damit selbst Untersuchungen durchführen zu können. Was nicht bedacht wird ist, dass eine Kameratechnik für komplexe Untersuchungen nicht mit billigen Geräten vorgenommen werden kann. Hochspannungsanlagen mit diesen Geräten untersuchen zu wollen ist unmöglich. Will man z.B. Elektroanlagen fachgerecht, entsprechend den Forderungen der Versicherungswirtschaft untersuchen, so hat der VATh eine Kostenaufstellung vorgenommen, welche nicht nur den Kamerapreis berücksichtigt, sondern auch Schulungen, Zertifizierungen und Kamerakalibrierungen bei den notwendigen Kosten betrachtet: Messung mit eigener Kameratechnik.pdf
Einige Beispiele sollen im Nachfolgenden den Unterschied zwischen einer Infrarotkamera des unteren Preissegmentes und einer guten Infrarotkamera zeigen. Die Infrarotbilder sind bei diesen Beispielen in derselben Größe dargestellt worden, um somit einen besseren Vergleich zu erhalten.

Infrarotbilder einer Elektroschützreihe 
oben: Kamera des untersten Preissegmentes (160x120 Bildpunkte)

unten: hochwertigen Infrarotkamera (320x240 Bildpunkte)

Infrarotbilder eines Elektromotors
oben: Kamera des untersten Preissegmentes (160x120 Bildpunkte)

unten: hochwertigen Infrarotkamera (320x240 Bildpunkte)